Biomasse-Schätzer

Schätzen Sie Biomasse aus Messungen mit allometrischen Beziehungen

Artspezifische Konstante (typischerweise 0,005-0,02)

b = 3 für isometrisch, <3 für schlanke, >3 für robuste Fische

Biomasseschätzung verstehen

Biomasse ist die Gesamtmasse lebender Organismen in einem bestimmten Gebiet oder Ökosystem, typischerweise ausgedrückt pro Flächeneinheit (g/m² oder kg/ha). Genaue Biomasseschätzung ist wesentlich für das Verständnis von Ökosystemproduktivität, Energiefluss, Kohlenstoffspeicherung und Wildtiermanagement.

Allometrische Gleichungen

Längen-Gewichts-Beziehung bei Fischen

Formel: W = a × L^b

Wobei:

  • W = Gewicht (g)
  • L = Gesamtlänge (cm)
  • a = Artspezifischer Koeffizient (0,005-0,02)
  • b = Allometrischer Exponent (2,5-3,5)

Wachstumstypen: b = 3 (isometrisch), b < 3 (negative Allometrie - schlank), b > 3 (positive Allometrie - robust)

Körperlänge zu Masse bei Säugetieren

Allgemeine Formel: W = k × L^3

Koeffizienten variieren nach Körperform:

  • Kleine Nagetiere: k ≈ 0,0001-0,0002
  • Fleischfresser: k ≈ 0,0003-0,0005
  • Huftiere: k ≈ 0,0004-0,0006
  • Große Säugetiere: k ≈ 0,0005-0,0008

Flügellänge zu Masse bei Vögeln

Formel: W = c × WL^d

Flügellängenbeziehungen variieren nach Ordnung. Singvögel: d ≈ 2,7-2,9; Greifvögel: d ≈ 2,5-2,8. Koeffizienten spiegeln Flügelbelastung und Körperzusammensetzung wider.

Populationsbiomasse

Formel: Gesamtbiomasse = Populationsgröße × Durchschnittliche Individuenmasse

Biomassedichte: Biomasse / Fläche (kg/ha oder g/m²)

Verwendet für Bestandsbiomasseschätzungen und Produktivitätsvergleiche zwischen Ökosystemen.

Typische Biomassewerte

Ökosystem/Gruppe Biomasse (kg/ha) Anmerkungen
Tropischer Regenwald (gesamt) 400.000 - 600.000 Höchste terrestrische Biomasse
Gemäßigter Wald 200.000 - 400.000 Von Baumbiomasse dominiert
Grasland/Savanne 5.000 - 50.000 Stark variabel nach Niederschlag
Große Pflanzenfresser (Serengeti) 100 - 500 Tierbiomasse-Spitze
Kleine Säugetiere (Wald) 5 - 50 Mäuse, Wühlmäuse, Spitzmäuse
Fleischfresser (Spitzenprädatoren) 0,1 - 5 Niedrigste Wirbeltierbiomasse
Fische (produktiver See) 50 - 200 Alle Arten kombiniert
Bodeninvertebraten 100 - 1.000 Übersteigt oft Wirbeltiere

Biomassepyramiden und Trophiestufen

Energietransfer zwischen Trophiestufen ist typischerweise 10% effizient (10%-Regel). Dies erzeugt charakteristische Biomassepyramiden:

Produzenten:
10.000 kg/ha (100%)
Pflanzenfresser:
1.000 kg/ha (10%)
1° Fleischfresser:
100 kg/ha (1%)
2° Fleischfresser:
10 kg/ha (0,1%)

Anwendungen in Ökologie und Naturschutz

  • Fischereiwirtschaft: Schätzung der erntefähigen Biomasse und Festlegung von Fangquoten
  • Kohlenstoffsequestrierung: Berechnung der Kohlenstoffspeicherung in Wäldern und marinen Ökosystemen
  • Produktivitätsbewertung: Messung der Ökosystemgesundheit und des Energieflusses
  • Wildtiermanagement: Schätzung des Nahrungsbedarfs und der Tragfähigkeit
  • Naturschutzplanung: Identifizierung wertvoller Habitate und Priorisierung des Schutzes
  • Klimawandelstudien: Überwachung von Veränderungen in der Biomasseverteilung über Zeit
  • Habitatwiederherstellung: Verfolgung der Biomasseerholung des Ökosystems nach Störung
  • Nahrungsnetzanalyse: Verständnis von Energietransfer und trophischer Effizienz

Energiegehalt von Biomasse

Ungefährer Energiegehalt nach Gewebetyp:

  • Fische/Wassertiere: ~5-6 kJ/g Feuchtgewicht (20-24 kJ/g Trockengewicht)
  • Säugetiere: ~6-8 kJ/g Feuchtgewicht (variiert mit Fettgehalt)
  • Insekten: ~20-25 kJ/g Trockengewicht
  • Pflanzenmaterial: ~17-18 kJ/g Trockengewicht
  • Holz: ~18-20 kJ/g Trockengewicht

Messtechniken

Direkte Methoden

  • • Ernte und Wiegung (destruktiv)
  • • Schnittflächen für Vegetation
  • • Schleppnetzerhebungen für Fische
  • • Fangen und Wiegen von Tieren

Indirekte Methoden

  • • Allometrische Gleichungen aus Messungen
  • • Fernerkundung (LiDAR, Satellit)
  • • Akustische Erhebungen (Fischbiomasse)
  • • Populationsdichte × Durchschnittsmasse

Wichtige Überlegungen

  • Artspezifische Gleichungen: Verwenden Sie veröffentlichte Gleichungen für Ihre Art, wenn verfügbar; allgemeine Gleichungen sind weniger genau
  • Saisonale Variation: Biomasse fluktuiert mit Fortpflanzungszyklen, Migration und Nahrungsverfügbarkeit
  • Alters-/Geschlechtsstruktur: Verschiedene demografische Klassen haben unterschiedliche Masse; Populationsschätzungen sollten dies berücksichtigen
  • Messfehler: Längenmessungen einfacher als Masse; allometrische Gleichungen propagieren Messfehler
  • Feucht- vs. Trockengewicht: Trockengewicht eliminiert Wassergehaltsvariabilität; Umrechnung typischerweise 20-30% Trockengewicht für Tiere
  • Räumliche Heterogenität: Biomasse variiert stark über Landschaft; stratifizierte Probenahme verbessert Schätzungen
  • Trophische Kaskaden: Veränderungen auf einer Trophiestufe beeinflussen Biomasse auf anderen Stufen

Referenzen

  1. Froese, R., & Pauly, D. (Hrsg.). (2023). "FishBase." www.fishbase.org - Umfassende Längen-Gewichts-Beziehungen für Fischarten.
  2. Whittaker, R. H., & Likens, G. E. (1975). "The biosphere and man." Primary Productivity of the Biosphere, 14, 305-328.
  3. Peters, R. H. (1983). "The Ecological Implications of Body Size." Cambridge University Press - Allometrische Beziehungen über Taxa.
  4. Odum, E. P., & Barrett, G. W. (2005). "Fundamentals of Ecology." 5. Auflage, Thomson Brooks/Cole.
  5. Hairston, N. G., & Hairston, N. G. Sr. (1993). "Cause-effect relationships in energy flow, trophic structure, and interspecific interactions." The American Naturalist, 142(3), 379-411.
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