Atemfrequenz-Rechner
Berechnen Sie Atemfrequenz, Atemminutenvolumen und bewerten Sie Atemmuster
Patienteninformationen
Atemmessungen
Zählen Sie Atemzüge für 60 Sekunden
Normal Erwachsene: 400-600 mL
Zusätzliche Parameter - Optional
Normal: 95-100%
Atemfrequenz
Atemminutenvolumen
Beurteilung des Atemstatus
Normalbereich für ausgewählte Altersgruppe
Erwarteter Bereich
Ihr Wert
Klinische Empfehlungen
Atemfrequenz verstehen
Die Atemfrequenz (AF), auch als Atemrate bekannt, ist die Anzahl der Atemzüge pro Minute. Sie ist eines der Vitalzeichen zur Beurteilung der kardiorespiratorischen Funktion und der allgemeinen Gesundheit. Die normale Atemfrequenz variiert erheblich mit Alter, Aktivitätsniveau, Gesundheitszustand und Umgebungsbedingungen. Die Atemfrequenz wird vom medullären Atemzentrum im Hirnstamm kontrolliert, das auf Veränderungen des Blut-pH-Werts, CO₂ und O₂-Spiegels reagiert.
Wichtige Atemparameter
Atemfrequenz (AF)
Anzahl der Atemzüge pro Minute. Normal Erwachsene in Ruhe: 12-20 Atemzüge/min. Gezählt durch Beobachtung des Brusthebens oder Fühlen des Atems an Nase/Mund für 60 Sekunden.
Atemzugvolumen (VT)
Luftvolumen, das mit jedem Atemzug ein-/ausgeatmet wird. Normal Erwachsene: 400-600 mL (etwa 6-8 mL/kg ideales Körpergewicht). Mit Spirometrie gemessen.
Atemminutenvolumen (VE)
VE = Atemfrequenz Ă— Atemzugvolumen
Gesamtvolumen der pro Minute bewegten Luft. Normal Erwachsene: 6-8 L/min in Ruhe, kann bei maximaler Belastung auf ĂĽber 150 L/min steigen.
Sauerstoffsättigung (SpO₂)
Prozentsatz des mit Sauerstoff gesättigten Hämoglobins. Normal: 95-100%. Nicht-invasiv mit Pulsoximetrie gemessen. Werte <90% weisen auf Hypoxämie hin, die eine Intervention erfordert.
Normale Atemfrequenzen nach Alter
| Altersgruppe | Normalbereich (AtemzĂĽge/min) | Durchschnitt |
|---|---|---|
| Neugeborene (0-1 Monat) | 30-60 | 40-45 |
| Säugling (1-12 Monate) | 24-40 | 30 |
| Kleinkind (1-3 Jahre) | 20-30 | 25 |
| Vorschule (3-6 Jahre) | 20-25 | 22 |
| Schulalter (6-12 Jahre) | 18-22 | 20 |
| Jugendliche (12-18 Jahre) | 12-18 | 15 |
| Erwachsene (18-65 Jahre) | 12-20 | 16 |
| Ältere (65+ Jahre) | 12-20 | 16-18 |
Hinweis: Dies sind Ruhewerte. Die Atemfrequenz steigt normalerweise mit Aktivität, Fieber, Angst, Schmerzen und Höhe. Trainierte Sportler können niedrigere Ruhefrequenzen haben (10-12 Atemzüge/min).
Abnormale Atemmuster
Tachypnoe (Schnelle Atmung)
Definition: AF >20 AtemzĂĽge/min bei Erwachsenen in Ruhe
Ursachen: Fieber, Angst, LungenentzĂĽndung, Asthma-Exazerbation, Lungenembolie, Herzinsuffizienz, Azidose, Schmerzen, Sepsis
Bradypnoe (Langsame Atmung)
Definition: AF <12 AtemzĂĽge/min bei Erwachsenen in Ruhe
Ursachen: Opioid-Überdosis, Sedativa, Hypothyreose, erhöhter intrakranieller Druck, ZNS-Depression, metabolische Alkalose
Dyspnoe (Atemnot)
Definition: Subjektive Atembeschwerden oder Lufthunger
Ursachen: Herzinsuffizienz, COPD, Asthma, Lungenentzündung, Angst, Anämie, Adipositas, Dekonditionierung
Spezielle Muster
- Cheyne-Stokes: Crescendo-Decrescendo-Muster mit Apnoephasen (Herzinsuffizienz, Schlaganfall)
- Kussmaul: Tiefe, angestrengte Atmung (diabetische Ketoazidose)
- Biot: Unregelmäßige Frequenz und Tiefe mit plötzlicher Apnoe (Hirnschädigung)
- Apnoe: Ausbleiben der Atmung >20 Sekunden (zentrale/obstruktive Schlafapnoe)
Faktoren, die die Atemfrequenz beeinflussen
Faktoren, die AF erhöhen
- ▲ Bewegung: Erhöhter Stoffwechselbedarf und CO₂-Produktion
- ▲ Fieber: Jeder Anstieg um 1°C erhöht AF um 4 Atemzüge/min
- ▲ Hypoxämie: Niedriger Blutsauerstoff löst kompensatorische Tachypnoe aus
- ▲ Azidose: Erhöhtes CO₂ oder metabolische Säure stimuliert Atmung
- ▲ Schmerz/Angst: Sympathische Aktivierung erhöht Frequenz
- ▲ Höhe: Niedriger atmosphärischer Druck reduziert O₂-Verfügbarkeit
Faktoren, die AF verringern
- â–Ľ Schlaf: Reduzierte Stoffwechselrate und Atemantrieb
- â–Ľ Opioide/Sedativa: Depression des Atemzentrums
- â–Ľ Alkalose: Niedriges COâ‚‚ reduziert Atemantrieb
- â–Ľ Hypothermie: Verringerter Stoffwechselbedarf
- â–Ľ Athletisches Training: Verbesserte Atemeffizienz
- â–Ľ ZNS-Depression: Hirnverletzung oder -erkrankung beeinflusst Kontrolle
Klinische Bedeutung
Die Atemfrequenz wird oft als "vergessenes Vitalzeichen" bezeichnet, obwohl sie ein starker Prädiktor für schwere Erkrankungen und Mortalität ist. Veränderungen der Atemfrequenz gehen oft einer Verschlechterung anderer Vitalzeichen voraus.
FrĂĽhwarnsignal
- • AF >24 Atemzüge/min ist mit schwerer Erkrankung verbunden
- • AF ist in Frühwarn-Scores enthalten (NEWS, MEWS)
- • Atemfrequenzänderungen treten oft vor Blutdruck- oder Herzfrequenzänderungen auf
- • Anhaltende Tachypnoe weist auf fortbestehenden physiologischen Stress hin
Bewertungstipps
- • Zählen Sie volle 60 Sekunden für Genauigkeit
- • Beobachten Sie ohne Bewusstsein des Patienten (bewusste Kontrolle)
- • Beachten Sie Tiefe, Rhythmus und Atemanstrengung
- • Verwenden Sie Brustheben/-senken oder Bauchbewegung
- • Berücksichtigen Sie Umweltfaktoren (Temperatur, Höhe)
Wann medizinische Hilfe suchen
- • AF >30 Atemzüge/min in Ruhe (Erwachsene)
- • AF <10 Atemzüge/min (Erwachsene)
- • Schwere Atemnot
- • Bläuliche Hautfarbe (Zyanose)
- • Unfähigkeit, in ganzen Sätzen zu sprechen
- • Verwirrtheit oder veränderter Bewusstseinszustand
Referenzen
Atemfrequenzbewertung und Normalwerte basieren auf etablierten klinischen Richtlinien:
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Rechner dient nur zu Bildungs- und Informationszwecken. Die Atemfrequenz sollte als Teil einer vollständigen Vitalzeichenbeurteilung und klinischen Untersuchung bewertet werden. Dieses Tool ersetzt keine professionelle medizinische Bewertung oder Notfallversorgung. Bei schwerer Atemnot, Brustschmerzen oder Atemnot suchen Sie sofort medizinische Hilfe auf. Konsultieren Sie einen Gesundheitsdienstleister für eine ordnungsgemäße Bewertung von Atemproblemen.
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