Artendichte-Rechner
Berechnen Sie Populationsdichte und -größe mit verschiedenen ökologischen Erhebungsmethoden
Optional - zur Schätzung der Gesamtpopulation
Ergebnisse
Artendichte verstehen
Artendichte (oder Populationsdichte) ist die Anzahl der Individuen einer Art pro Flächeneinheit. Sie ist eine grundlegende ökologische Kennzahl zur Erfassung von Populationsdynamik, Habitatqualität, Artinteraktionen und Naturschutzbedarf.
Probenahmemethoden
1. Quadratprobenahme
Formel: Dichte = Gesamtindividuen / (Anzahl Quadrate × Quadratfläche)
Populationsschätzung: N = Dichte × Gesamtfläche
Verwendet für sessile oder sich langsam bewegende Organismen (Pflanzen, Wirbellose). Zufällige oder systematische Platzierung von Flächen fester Größe. Am besten für einheitliche Habitate.
2. Fang-Wiederfang (Lincoln-Petersen-Index)
Formel: N = (M × C) / R
Wobei:
- N = Geschätzte Populationsgröße
- M = Anfänglich markierte Anzahl
- C = Insgesamt in zweiter Probe gefangen
- R = Anzahl wiedergefangener markierter Individuen
Annahmen: Geschlossene Population, Markierungen beeinflussen Überleben nicht, zufällige Vermischung, gleiche Fangbarkeit
3. Linientransekt (Streifenzählung)
Formel: Dichte = Individuen / (Transektlänge × 2 × Streifenbreite)
Beobachter geht entlang einer Linie und zählt alle Tiere innerhalb der Streifenbreite auf jeder Seite. Verwendet für mobile Tiere in offenen Habitaten. Streifenbreite sollte der Erfassungsdistanz entsprechen.
4. Direktzählung (Vollzählung)
Formel: Dichte = Gesamtzählung / Erhebungsfläche
Zählung aller Individuen in definierter Fläche. Nur für kleine Flächen, große auffällige Tiere oder wenn Technologie (Luftaufnahmen, Kamerafallen) vollständige Zählungen ermöglicht.
Typische Dichtebereiche
| Art/Gruppe | Typische Dichte | Kontext |
|---|---|---|
| Große Raubtiere (Wölfe, Tiger) | 0,01 - 0,1 pro km² | Sehr niedrig - große Territorien |
| Große Pflanzenfresser (Hirsche, Elche) | 1 - 20 pro km² | Variiert mit Habitatqualität |
| Kleine Säugetiere (Mäuse, Wühlmäuse) | 50 - 500 pro ha | Hoch - kleine Territorien |
| Singvögel (Brutpaare) | 2 - 50 pro ha | Wald-/Waldlandhabitate |
| Insekten (Heuschrecken) | 100 - 1000 pro m² | Grasland-Spitzendichten |
| Bäume (reifer Wald) | 200 - 1000 pro ha | Abhängig vom Sukzessionsstadium |
| Bodenmikroarthropoden | 10⁴ - 10⁶ pro m² | Extrem hohe Dichten |
Arten von Dichtemaßen
Rohdichte
Anzahl der Individuen pro Gesamtfläche, einschließlich ungeeigneter Habitate. Einfacher zu messen, kann aber die wahre Dichte in nutzbaren Habitaten unterschätzen.
Ökologische Dichte
Anzahl der Individuen pro Einheit geeigneten Habitats nur. Biologisch aussagekräftiger, erfordert aber Habitatkartierung. Höher als Rohdichte.
Dichtebeeinflussende Faktoren
Biotische Faktoren
- • Nahrungsverfügbarkeit und -qualität
- • Prädationsdruck
- • Konkurrenz (intra- und interspezifisch)
- • Krankheiten und Parasiten
- • Reproduktionsrate und -erfolg
- • Sozialverhalten und Territorialität
Abiotische Faktoren
- • Klima- und Wettermuster
- • Habitatstruktur und -komplexität
- • Wasserverfügbarkeit
- • Bodenqualität (für Pflanzen)
- • Unterschlupf- und Nistplätze
- • Menschliche Störung
Probenahmeüberlegungen
Stichprobengröße
Größere Stichproben erhöhen die Genauigkeit. Anstreben von mindestens 20-30 Quadraten. Für Fang-Wiederfang sollten sowohl markierte als auch wiedergefangene Stichproben > 30 für zuverlässige Schätzungen sein.
Randomisierung vs. Stratifizierung
Zufallsstichproben vermeiden Verzerrungen, können aber seltene Habitate übersehen. Stratifizierte Probenahme (proportionale Verteilung über Habitattypen) verbessert Schätzungen in heterogenen Gebieten.
Zeitpunkt und Wiederholung
Probenahme während geeigneter Saison (Brutzeit, nicht-wandernde Periode). Mehrere Erhebungen über Zeit verbessern Genauigkeit und erfassen zeitliche Variation.
Anwendungen im Naturschutz und Management
- Populationsmonitoring: Veränderungen über Zeit verfolgen, um Rückgänge oder Erholung zu erkennen
- Habitatbewertung: Bestimmen, ob Habitat lebensfähige Populationen tragen kann
- Schutzstatus: IUCN-Rote-Liste-Bewertungen und Schutzprioritäten informieren
- Erntemanagement: Nachhaltige Jagd-/Fischereiquoten basierend auf Populationsschätzungen festlegen
- Auswirkungsbewertung: Auswirkungen von Entwicklung, Störung oder Managementmaßnahmen bewerten
- Wiederansiedlungserfolg: Etablierung und Ausbreitung wiederangesiedelter Arten überwachen
- Invasive Arten: Populationswachstum und Verbreitung von Invasiven verfolgen
- Tragfähigkeit: Maximale nachhaltige Population für ein Gebiet schätzen
Herausforderungen und Einschränkungen
- Erfassungswahrscheinlichkeit: Nicht alle Individuen werden beobachtet; variiert mit Artverhalten, Habitat und Beobachterfähigkeit
- Räumliche Heterogenität: Dichte variiert über Landschaft; lokalisierte Probenahme repräsentiert möglicherweise nicht die gesamte Population
- Zeitliche Variation: Populationen fluktuieren saisonal und jährlich; einzelne Erhebungen liefern nur Momentaufnahme
- Fang-Wiederfang-Verletzungen: Markierungen können Verhalten beeinflussen, markierte Tiere mischen sich möglicherweise nicht zufällig, Population ist möglicherweise nicht geschlossen
- Randeffekte: Quadrate nahe Grenzen können Individuen basierend auf Bewegung einschließen/ausschließen
- Kryptische Arten: Ähnlich aussehende Arten können falsch gezählt oder zusammengefasst werden
- Kosten und Aufwand: Intensive Probenahme erforderlich für seltene oder mobile Arten; Kompromiss zwischen Genauigkeit und Ressourcen
Fortgeschrittene Techniken
Distanzprobenahme
Misst senkrechte Distanz erfasster Tiere von der Transektlinie. Passt Erfassungsfunktion an, um abnehmende Erfassbarkeit mit Distanz zu korrigieren. Ausgefeilter als Streifentransekte.
Kamerafallenstudien
Nicht-invasive Dichteschätzung für schwer erfassbare Säugetiere. Verwendet Fang-Wiederfang-Rahmen mit individuell erkennbaren Tieren (Streifenmuster usw.) oder räumlich explizite Modelle.
Besetzungsmodellierung
Schätzt Anteil der besetzten Fläche unter Berücksichtigung unvollständiger Erfassung. Gibt keine absolute Dichte, zeigt aber Verbreitung und relative Häufigkeitsänderungen.
Luftaufnahmen
Direktzählungen oder Streifentransekte von Flugzeugen. Effizient für große Flächen und offene Habitate. Drohnen (UAVs) werden zunehmend für detaillierte Erhebungen und Wärmebildaufnahmen eingesetzt.
Referenzen
- Krebs, C. J. (1999). "Ecological Methodology." 2. Auflage, Benjamin Cummings.
- Sutherland, W. J. (2006). "Ecological Census Techniques: A Handbook." 2. Auflage, Cambridge University Press.
- Buckland, S. T., et al. (2001). "Introduction to Distance Sampling." Oxford University Press.
- Seber, G. A. F. (1982). "The Estimation of Animal Abundance and Related Parameters." 2. Auflage, Griffin.
- Williams, B. K., et al. (2002). "Analysis and Management of Animal Populations." Academic Press.
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