Normalitäts-Rechner

Berechnen Sie Normalität und Äquivalentgewicht für Säure-Base- und Redox-Titrationsberechnungen

g/mol

Für Säuren: Anzahl der H⁺-Ionen

Was ist Normalität?

Die Normalität (N) ist ein Konzentrationsmaß, das dem Grammäquivalentgewicht pro Liter Lösung entspricht. Sie gibt die Anzahl der Äquivalente des gelösten Stoffes pro Liter Lösung an. Das Konzept der Normalität ist besonders nützlich in der Säure-Base-Chemie und bei Redoxreaktionen, da es direkt mit der reaktiven Kapazität der Lösung zusammenhängt.

Normalitätsformeln:

N = Äquivalente / Volumen (L)

N = (Masse / Äquivalentgewicht) / Volumen (L)

N = M × n (wobei n = n-Faktor)

  • N = Normalität (eq/L oder N)
  • Äquivalente = Anzahl der Grammäquivalente
  • Äquivalentgewicht = Molekulargewicht / n-Faktor
  • n-Faktor = Anzahl der Äquivalente pro Mol
  • M = Molarität (mol/L)

Bestimmung des n-Faktors

Reaktionstyp Definition des n-Faktors Beispiel
Säure Anzahl der abgegebenen H⁺-Ionen H₂SO₄: n = 2
Base Anzahl der aufgenommenen OH⁻-Ionen Ca(OH)₂: n = 2
Redox Anzahl der übertragenen Elektronen KMnO₄ in sauer: n = 5
Salz Gesamtladung des Kations oder Anions Al₂(SO₄)₃: n = 6

Normalität vs. Molarität

Eigenschaft Normalität (N) Molarität (M)
Definition eq gelöster Stoff / L Lösung mol gelöster Stoff / L Lösung
Einheiten eq/L oder N mol/L oder M
Abhängig von Reaktionstyp (n-Faktor variiert) Nur Substanzidentität
Beziehung N = M × n M = N / n
Am besten für Titrationen, Redox, Säure-Base Allgemeine Chemie, moderne Anwendung
Moderne Nutzung Wird abgelöst (IUPAC) Bevorzugte Standardeinheit

⚠️ Wichtiger Hinweis:

Obwohl die Normalität noch in einigen analytischen Laboratorien und älteren Lehrbüchern verwendet wird, empfiehlt die IUPAC (Internationale Union für Reine und Angewandte Chemie) stattdessen die Verwendung der Molarität, da sie eindeutig ist und nicht vom Reaktionstyp abhängt. Dennoch bleibt die Normalität für Titrationsberechnungen nützlich, bei denen Äquivalenzbeziehungen wichtig sind.

Häufige Beispiele für den n-Faktor

Säuren

  • HCl (Salzsäure) n = 1
  • H₂SO₄ (Schwefelsäure) n = 2
  • H₃PO₄ (Phosphorsäure) n = 3
  • CH₃COOH (Essigsäure) n = 1

Basen

  • NaOH (Natriumhydroxid) n = 1
  • Ca(OH)₂ (Calciumhydroxid) n = 2
  • Al(OH)₃ (Aluminiumhydroxid) n = 3
  • NH₃ (Ammoniak) n = 1

Oxidationsmittel (Redox)

  • KMnO₄ (sauer) n = 5
  • KMnO₄ (neutral/basisch) n = 3
  • K₂Cr₂O₇ (Dichromat) n = 6
  • H₂O₂ (Wasserstoffperoxid) n = 2

Reduktionsmittel (Redox)

  • FeSO₄ (Eisen(II)-sulfat) n = 1
  • Na₂S₂O₃ (Natriumthiosulfat) n = 1
  • SnCl₂ (Zinn(II)-chlorid) n = 2
  • H₂C₂O₄ (Oxalsäure) n = 2

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1: Normalität von H₂SO₄ berechnen

Aufgabe: Wie hoch ist die Normalität einer Lösung mit 4,9 g H₂SO₄ (MW = 98 g/mol) in 1000 mL Lösung?

Schritt 1: n-Faktor bestimmen
H₂SO₄ gibt 2 H⁺-Ionen ab, also n = 2

Schritt 2: Äquivalentgewicht berechnen
Äq. Gew. = MW / n = 98 / 2 = 49 g/eq

Schritt 3: Äquivalente berechnen
Äquivalente = Masse / Äq. Gew. = 4,9 / 49 = 0,1 eq

Schritt 4: Normalität berechnen
N = Äquivalente / Volumen (L) = 0,1 / 1 = 0,1 N

Antwort: 0,1 N H₂SO₄ (oder 0,05 M da N = M × 2)

Beispiel 2: Benötigte Masse für Titration

Aufgabe: Wie viel Gramm NaOH (MW = 40 g/mol) werden benötigt, um 250 mL einer 0,5 N Lösung herzustellen?

Schritt 1: n-Faktor bestimmen
NaOH liefert 1 OH⁻, also n = 1

Schritt 2: Benötigte Äquivalente berechnen
Äquivalente = N × V = 0,5 eq/L × 0,25 L = 0,125 eq

Schritt 3: Äquivalentgewicht berechnen
Äq. Gew. = MW / n = 40 / 1 = 40 g/eq

Schritt 4: Masse berechnen
Masse = Äquivalente × Äq. Gew. = 0,125 × 40 = 5 g

Antwort: 5 g NaOH

Beispiel 3: Umrechnung Normalität zu Molarität

Aufgabe: Welche Molarität hat eine 1 N Lösung von H₃PO₄?

Schritt 1: n-Faktor bestimmen
H₃PO₄ kann 3 H⁺-Ionen abgeben, also n = 3

Schritt 2: Umrechnungsformel verwenden
M = N / n

Schritt 3: Molarität berechnen
M = 1 N / 3 = 0,333 M

Antwort: 0,333 M H₃PO₄

Anwendungen der Normalität

Säure-Base-Titrationen

Bei Titrationen vereinfacht die Normalität die Berechnungen, da N₁V₁ = N₂V₂ am Äquivalenzpunkt gilt, unabhängig von den verwendeten Säuren oder Basen.

Redox-Titrationen

Bestimmung der Konzentrationen von Oxidations- oder Reduktionsmitteln unter Verwendung der Äquivalenzbeziehung basierend auf Elektronenübertragung.

Wasserhärte-Analyse

Messung der Gesamthärte (Ca²⁺- und Mg²⁺-Ionen) mittels EDTA-Titrationen, oft in Normalität ausgedrückt.

Industrielle Qualitätskontrolle

Schnelle Analyse der Säure-/Basenstärke in industriellen Prozessen, insbesondere in älteren Herstellungsprotokollen.

Pharmazeutische Analyse

Reinheitsprüfung von Arzneimitteln und Bestimmung der Äquivalente pharmazeutischer Wirkstoffe in Formulierungen.

Umweltprüfungen

Messung von Säuregehalt, Alkalinität und Oxidationskapazität in Wasserproben und Umweltüberwachung.

Hinweis: Obwohl die Normalität noch in einigen analytischen Kontexten verwendet wird, insbesondere für Titrationen und klassische Analyse, empfiehlt die IUPAC die Verwendung der Molarität (mol/L) als Standard-Konzentrationseinheit, da sie eindeutig ist und nicht von der spezifischen Reaktion abhängt. Wenn Sie Normalität verwenden, geben Sie immer den n-Faktor oder den Reaktionskontext an, um Verwechslungen zu vermeiden. Der Rechner geht von vollständiger Reaktion aller Äquivalente aus (z.B. vollständige Dissoziation bei Säuren/Basen).

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