Schlagvolumen-Rechner
Berechnen Sie Schlagvolumen, Ejektionsfraktion und Herzfunktion mit mehreren Methoden
Ventrikuläre Volumina
Normal: 100-160 mL (männlich), 80-130 mL (weiblich)
Normal: 30-60 mL (männlich), 25-50 mL (weiblich)
Herzzeitvolumen & Herzfrequenz
Normal: 4-8 L/min in Ruhe
Normal in Ruhe: 60-100 Schläge/min
LVOT-Doppler-Echokardiographie
Methode des linksventrikulären Ausflusstrakts unter Verwendung von Durchmesser und Geschwindigkeits-Zeit-Integral
Gemessen in parasternaler Längsachsenansicht
Normal: 18-22 cm
Aus Ejektionsfraktion
Normal: 55-70%
Schlagvolumen (SV)
Ejektionsfraktion (EF)
Beurteilung der Herzfunktion
Schlagvolumen-Status
Ejektionsfraktion-Status
Berechnungsdetails
Das Schlagvolumen verstehen
Das Schlagvolumen (SV) ist das Blutvolumen, das mit jedem Herzschlag aus dem linken Ventrikel gepumpt wird, gemessen in Millilitern (mL). Es stellt die Differenz zwischen dem Blutvolumen im Ventrikel am Ende der Diastole (Füllphase) und am Ende der Systole (Kontraktionsphase) dar. Das Schlagvolumen ist ein Schlüsselfaktor für das Herzzeitvolumen und spiegelt die Pumpeffizienz des Herzens wider.
Schlüsselkonzepte
Schlagvolumen (SV)
SV = EDV - ESV
Normalbereich: 60-100 mL/Schlag (Durchschnitt 70 mL) | Kann während des Trainings auf über 150 mL ansteigen
Enddiastolisches Volumen (EDV)
Blutvolumen im linken Ventrikel am Ende der Füllung (Diastole). Auch Vorlast genannt. Normal: 100-160 mL (männlich), 80-130 mL (weiblich)
Endsystolisches Volumen (ESV)
Blutvolumen, das nach der Kontraktion (Systole) im linken Ventrikel verbleibt. Normal: 30-60 mL (männlich), 25-50 mL (weiblich)
Ejektionsfraktion (EF)
EF = (SV / EDV) × 100%
Prozentsatz des mit jedem Schlag ausgeworfenen Blutes. Wichtigste Messgröße der systolischen Funktion. Normal: 55-70%
Determinanten des Schlagvolumens
1️⃣ Vorlast (Enddiastolisches Volumen)
Der Grad der ventrikulären Dehnung vor der Kontraktion. Bezieht sich auf den venösen Rückfluss und den Frank-Starling-Mechanismus.
Erhöht SV:
- • Erhöhter venöser Rückfluss
- • Erhöhtes Blutvolumen
- • Vasokonstriktion
- • Bewegung (Muskelpumpe)
- • Liegende Position
Verringert SV:
- • Verringertes Blutvolumen (Blutung)
- • Vasodilatation
- • Aufstehen (Pooling)
- • Mitralstenose
- • Perikardtamponade
2️⃣ Kontraktilität (Inotroper Zustand)
Die intrinsische Stärke der Herzmuskelkontraktion, unabhängig von Vor- und Nachlast.
Positive Inotropika:
- • Sympathische Stimulation (β₁)
- • Adrenalin, Noradrenalin
- • Digitalis, Dobutamin
- • Erhöhtes Kalzium
- • Ausdauertraining
Negative Inotropika:
- • Herzinsuffizienz
- • Myokardinfarkt
- • Betablocker
- • Calciumkanalblocker
- • Azidose, Hypoxie
3️⃣ Nachlast (Aortendruck)
Der Widerstand, gegen den der Ventrikel Blut auswerfen muss. Hauptsächlich durch den arteriellen Blutdruck bestimmt.
Verringert Nachlast (↑ SV):
- • Vasodilatatoren (ACE-Hemmer)
- • Niedrigerer Blutdruck
- • Reduzierte arterielle Steifigkeit
- • Aorteninsuffizienz
Erhöht Nachlast (↓ SV):
- • Hypertonie
- • Aortenstenose
- • Erhöhte arterielle Steifigkeit
- • Vasokonstriktion
Klassifikation der Ejektionsfraktion
Normale EF: 55-70%
Bedeutung: Normale systolische Funktion. Herz pumpt effizient mit angemessener Kontraktilität.
Leicht reduzierte EF: 45-54%
Bedeutung: Grenzwertige Dysfunktion. Kann zu Herzinsuffizienz fortschreiten. Erfordert Überwachung und Risikofaktormanagement.
Mäßig reduzierte EF: 35-44%
Bedeutung: Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF). Erfordert medikamentöse Therapie (ACE-Hemmer, Betablocker usw.).
Stark reduzierte EF: <35%
Bedeutung: Schwere systolische Dysfunktion. Hohes Risiko für Arrhythmien, plötzlichen Herztod und dekompensierte Herzinsuffizienz.
Management: Kann ICD (implantierbarer Kardioverter-Defibrillator), kardiale Resynchronisationstherapie oder fortgeschrittene Therapien erfordern.
Hyperdynamische EF: >70%
Ursachen: Hyperkontraktile Zustände, hypertrophe Kardiomyopathie, niedrige Nachlastzustände oder Messartefakt. Klinische Korrelation erforderlich.
Klinische Anwendungen
Diagnostischer Einsatz
- • Beurteilung des Schweregrades der Herzinsuffizienz
- • Bewertung von Kardiomyopathie
- • Beurteilung nach Myokardinfarkt
- • Bewertung von Herzklappenerkrankungen
- • Überwachung kardiotoxischer Medikamentenwirkungen
Prognostischer Wert
- • Vorhersage der Mortalität bei Herzinsuffizienz
- • Leitet ICD/CRT-Geräteauswahl
- • Bewertet chirurgisches Risiko
- • Überwacht Therapieansprechen
- • Bestimmt Transplantationseignung
Trainingsphysiologie
- • SV steigt mit Bewegung (↑ EDV, ↓ ESV)
- • Erreicht Plateau bei mittlerer Intensität
- • Sportler haben höheres Ruhe-SV (70-100 mL)
- • Kann bei maximaler Belastung auf 150-200 mL steigen
- • Training verbessert ventrikuläre Compliance
Therapieüberwachung
- • Ansprechen auf Herzinsuffizienz-Medikamente
- • Chemotherapie-Kardiotoxizitäts-Screening
- • Postoperative Herzfunktion
- • Flüssigkeitsmanagement in der Intensivpflege
- • Wirksamkeit der kardialen Rehabilitation
Referenzen
Messungen von Schlagvolumen und Ejektionsfraktion basieren auf etablierter kardiovaskulärer Physiologie:
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Rechner dient nur zu Bildungs- und Informationszwecken. Schlagvolumen- und Ejektionsfraktionswerte sollten von qualifizierten medizinischen Fachkräften im Kontext einer vollständigen klinischen Beurteilung einschließlich körperlicher Untersuchung, Krankengeschichte und Bildgebungsstudien interpretiert werden. Dieses Tool ersetzt keine professionelle echokardiographische Bewertung oder klinisches Urteilsvermögen. Wenn Sie Bedenken bezüglich der Herzfunktion haben, konsultieren Sie einen Kardiologen oder medizinischen Dienstleister.